eSports: Der virtuelle Gaming-Sektor auf der Überholspur


Das Phänomen eSports breitet sich aktuell rasant über den ganzen Globus hinweg aus. Das unglaubliche Wachstum der eSports-Szene macht auch vor Österreich nicht halt. Doch was ist eSports genau, welche Wettkampfformen gibt es und wie viel Geld ist dabei im Umlauf?


© ESL Bart Oerbekke

Was ist eSports?

Per Definition ist eSports der sportliche Wettkampf zwischen Menschen in einem Computerspiel. Doch hinter dieser Bezeichnung steckt noch sehr viel mehr. Der eSport ist in verschiedene Disziplinen aufgeteilt, wobei jede Disziplin ein Computerspiel darstellt, die im sportlichen Wettkampf gegeneinander gespielt werden. Echtzeit-Strategiespiele, Ego-Shooter und Sportsimulationen sind dabei die verbreitetsten Genres. Je nach Spiel gibt es mehr oder weniger professionelle eSportler, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen können. Gleichzeitig variiert auch das Preisgeld bei den verschiedenen Turnieren stark. Der Professionalisierungsgrad, der einzelnen Disziplinen und damit auch das ausgeschüttete Preisgeld ist meist abhängig von der Anzahl der aktiven Spieler, der Unterstützung der Computerspiel-Hersteller, Sponsoren sowie Wettkampfveranstalter.

Die nachfolgenden Disziplinen weisen den höchsten Professionalisierungsgrad auf und werden dementsprechend am häufigsten von den eSportmedien behandelt:

  • Echtzeit-Strategiespiele (Dota-Serie, League of Legends, StarCraft-Serie, Warcraft III)

  • Ego-Shooter (Counter-Strike-Serie, Halo-Serie, Quake-Serie)

  • Sportsimulation (Fußballsimulation FIFA-Serie, Rennsimulation Gran Turismo und die GT Academy)

»Bis 2018 wird sich eSports weltweit zu einem Milliardengeschäft entwickeln. Auch in Deutschland ist diese Tendenz zu beobachten. Die ESL One in Köln war mit 15.000 Besuchern pro Tag über mehrere Tage hinweg ausverkauft. Zudem steigen namhafte Bundesliga-Klubs wie der FC Schalke 04, der VfL Wolfsburg oder zuletzt auch der VfB Stuttgart in die Szene ein. Daneben wird eSports bei den Asienspielen 2022 erstmals als eigene Sportart eingeführt.«

Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte, über die aktuellen Entwicklungen im eSports.


© ESL Bart Oerbekke | Seit 2013 hat sich der Umsatz im eSports verfünffacht - im Jahr 2019 werden über eine Milliarde US-Dollar Umsatz prognostiziert.

Vom Mausklicker zum Millionär

Wie oben angesprochen variiert das Preisgeld von Disziplin zu Disziplin sowie Turnier sehr stark. Im eSports gibt es allerdings einzelne Spiele, mit denen man tatsächlich das große Geld verdient und zum Millionär aufsteigen kann. Das Echtzeit-Strategiespiel „Dota 2“ beispielsweise steht in Sachen Gewinnausschüttung ganz oben auf der Rangliste. Die Statistiken auf Esportsearnings.com unterstreicht dieses Phänomen mit beeindruckenden Zahlen.

In den Top 50 der Personen mit den höchsten erspielten Preisgeldern gibt es nur einen Spieler, der in einem anderen Spiel aktiv ist, die restlichen 49 sind alle mit „Dota 2“ extrem erfolgreich. Insgesamt sind zirka 2.000 Spieler dieser Disziplin in der Profi-Szene aktiv. Als erste eSports-Disziplin überhaupt knackte „Dota 2“ nun die 100 Millionen US-Dollar Preisgeldmarke. Besonders die Weltmeisterschaft des Spiels „The International“ hat dabei einen großen Anteil. In Seattle ging es im August 2017 um mehr als 24 Millionen US-Dollar – Tendenz steigend. Die Siegermannschaft kassierte dabei über zehn Millionen Dollar. Die Teams auf Rang 17 und 18 erhielten immerhin noch knapp 60.000 Dollar.

Neben den immensen Preisgeldern und tausenden Zuschauern in den Arenen werden diese Turniere auch weltweit gestreamt. Millionen Fans verfolgen über das Internet die zahlreichen Events zuhause auf ihren Bildschirmen. Erst vor drei Jahren kaufte Amazon den Games-Giganten Twitch für 970 Millionen Dollar. Das Live-Streaming-Videoportal wird vorrangig zur Übertragung von Videospielen genutzt und verbucht mehr als 100 Millionen Zuschauer im Monat sowie zehn Millionen User, die täglich auf Twitch aktiv sind.


Spezielle „Ausrüstung“

eSports wird mit einem zum jeweiligen Spiel kompatiblen Computer oder Spielkonsole ausgeübt. Die Computer sind nicht mit handelsüblichen Rechnern zu vergleichen und in der Regel sehr leistungsstark sowie individuell auf die jeweiligen Disziplinen abgestimmt. Beim Internetzugang ist neben einer hohen Datenübertragungsrate eine niedrige Paketumlaufzeit wichtig. Zusätzlich gibt es für Gamer spezielle Zusatzgeräte, wie leistungsstarke Computermäuse, Tastaturen, Headsets oder Gamepads, die für eine dauerhaft starke Beanspruchung ausgelegt sind. Auch Kommunikationstools wie TeamSpeak werden eingesetzt, um während des Spielens mit seinen Mitspielern und Gegnern kommunizieren zu können.


© ESL Helena Kristiansson | Fernsehsender wie Sport1 oder die ProSiebenSat.1-Sendergruppe erkennen das enorme Potential des eSports und werden in Zukunft vermehrt über Events, wie der ESL One in Köln, berichten.

eSports auf einen Blick

  • Der Begriff eSports bezeichnet den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen in einem Computerspiel. Welches Genre oder welche Plattform benutzt wird, ist dabei nebensächlich.

  • Die Computerspiele gelten im eSports als Disziplinen. Eine der bekanntesten sind hierbei die Fußball-Sportsimulationen der „FIFA-Reihe“, der Online-Taktik-Shooter „Counterstrike“ sowie die Strategiespiele „League of Legends“ und „Starcraft“.

  • Der eSport wird wie der Fußball oder anderen Sportarten in festen Mannschaften, sogenannten Clans gespielt.

  • Internationale Sportvereine auf der ganzen Welt haben mittlerweile ihre eigene eSports-Abteilung, etwa der VfL Wolfsburg, Schalke 04, Manchester City, Paris Saint-Germain, Besiktas Istanbul und der FC Valencia.

  • 2022 bei den Asienspielen wird eSports zum ersten Mal olympisch.

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