Gleichberechtigung in der Männerdomäne Sport? Frauen im Abseits


Gleichberechtigung und finanzielle Diskriminierung im Sport. Ein Thema das für reichlich Diskussionsstoff sorgt und die Frage aufwirft, ob es im Profisport überhaupt Gleichberichtigung gibt oder geben kann.


© GEPA

Gerade im Sport zeigen sich große Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Auch wenn sich die Situation im Vergleich zu früher beträchtlich verbessert hat, gibt es vor allem in Geldbelangen eklatante Unterschiede. Während die Superstars des internationalen Männersports Beträge im zweistelligen Millionen-Bereich pro Jahr verdienen, können Frauen oftmals von ihrem Gehalt nicht leben. Eine kurze Bestandsaufnahme zur derzeitigen Situation in den Sportarten Ski-Alpin, Tennis, Formel 1 und Fußball.

Ski-Alpin: Damen fast gleichauf mit Herren

Im alpinen Ski-Sport zählen neben dem Hahnenkamm-Wochenende das Nightrace in Schladming bei den Herren sowie der Nachtslalom in der Flachau bei den Damen zu den prestigeträchtigsten und höchst dotierten Rennen der Saison. Wir haben die beiden Events in Bezug auf Einschaltquoten und Preisgeldprämien miteinander verglichen, mit überraschenden Ergebnissen.

Grundsätzlich gilt: Ein Veranstalter muss pro Rennen mindestens 110.000 Franken also fast 100.000 Euro an Preisgeldern vergeben, das schreibt die FIS vor. Die Unterschiede bei den Geschlechtern zeigen sich im Skisport weniger beim Preisgeld und mehr bei der Einschaltquote. Das Nightrace in Schladming wurde durchschnittlich von 1,8 Millionen Zusehern im Öffentlich- Rechtlichten verfolgt und damit von so vielen wie noch nie zuvor bei einem Rennen in der Steiermark. Der Marktanteil lag bei 52 Prozent. Damit ist Schladming 2018 das meistgesehene Skirennen in Österreich seit der Abfahrt der Olympischen Winterspiele in Turin 2006. Beim Nachtslalom wurden insgesamt 168.000 Euro an Preisgeld ausgeschüttet. Der Sieger durfte sich über mehr als 63.000 Euro freuen.


Das Pendant der Damen bildet der Nachtslalom in der Flachau. Auch hier gab es 2018 eine Rekordquote von 1,186 Millionen Zuschauern im TV. Das ist die beste Quote eines Damen Weltcup-Rennens seit Lienz 2003. Auch in Sachen Preisgeld muss sich der Damen-Slalom nicht verstecken. Beim besagten Rennen ging es im Jänner um insgesamt 174.000 Euro, das höchste Preisgeld, das es im Damen-Skiweltcup jemals zu gewinnen gab. Die Erstplatzierte bekam satte 67.000 Euro an Prämie und damit um 4.000 mehr als der männliche Sieger des Nightraces in Schladming.


US-Skistar Mikaela Shiffrin (m.) kassierte für den ersten Platz beim Nachtslalom in der Flachau 67.000 Euro und damit um 4.000 mehr als der männliche Sieger des Nightraces in Schladming. | © Spiess Foto/Tirol Erich Spiess

Tennis: Nadal und Djokovic fordern mehr Preisgeld für Männer

Im Tennissport herrscht Gleichberechtigung, zumindest wenn es um die Prämien der vier großen Grand-Slam-Turniere geht. Die Turniere in London, Paris, Melbourne und New York zahlen seit 2007 gleich viel Preisgeld an Männer und Frauen aus. Doch ist das gerecht?

Tennisstar Rafael Nadal findet nicht. „Wir sollten solche Vergleiche gar nicht machen. Weibliche Models verdienen ja auch viel mehr als männliche und niemand sagt darüber etwas. Warum? Weil sie mehr Anhänger haben“, so der Spanier in einem Interview im italienischen Magazin „IO Donna“. Das sollte laut Nadal auch im Tennis so sein: „Wer mehr Zuschauer hat, sollte mehr verdienen.“

»Wer mehr Zuschauer hat, sollte mehr verdienen.«

Rafael Nadal, Profitennisspieler

Mit dieser Meinung steht Nadal nicht alleine da. Auch Novak Djokovic äußerte sich in der Vergangenheit ähnlich zu dieser Thematik. Der Serbe forderte mehr Preisgeld für die Männer als für seine weiblichen Kolleginnen. Dies sei nur fair, da es die Herren seien, „die mehr Aufmerksamkeit und Zuschauer anziehen und mehr Tickets verkaufen“.

Die US-amerikanische Tennisspielerin Serena Williams hat dazu eine klare Meinung: „Wir Frauen sind einen langen Weg gegangen. Wenn ich Ihnen sagen sollte, wie oft ich täglich von Leuten angesprochen werde, die mir erzählen, dass sie nur Tennis gucken, wenn meine Schwester Venus oder ich spielen – ich könnte Ihnen nicht einmal die genaue Zahl nennen.“

Eines ist jedoch klar. Beim Tennis sind die Männer ganz klar der Publikumsmagnet. Bei den Australien Open lockte das Männer-Finale etwa 25 Prozent mehr Zuschauer an die TV-Geräte als das Frauen-Finale. Über das ganze Jahr gesehen ist der Unterschied noch deutlicher. Dies zeigt eine Statistik der BBC aus dem Jahr 2015. Bei den Männern schauten das ganze Jahr 973 Millionen Menschen zu. Bei den Frauen waren es lediglich 395 Millionen.


Rafael Nadal fordert höheres Preisgeld für Männer im Tennissport, da sie mehr Aufmerksamkeit und Zuschauer anziehen als die Frauen. | © ITF Tennis

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