Kristall-Queen zieht ins Tivoli ein

Unter Präsidentin Diana Langes-Swarovski marschierte die WSG Wattens von der Regionalliga bis in die Bundesliga durch. Erst vor drei Jahren ist Wattens aus der Regionalliga aufgestiegen. Die Wachablöse im Land Tirol spiegelt sich nicht nur in der Umbenennung zu „WSG Swarovski Tirol“, sondern auch in der Heimstätte der Innsbrucker wieder, die das Tivoli vorerst besetzen werden. Genau vor drei Jahren haben wir mit der Erfolgs-Präsidentin ein spannendes Gespräch geführt, das rückblickend die Vision und das erfolgreiche Projekt der WSG Swarovski Tirol sehr gut widerspiegelt.

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Was waren Ihre persönlichen Gründe, die WSG Wattens zu übernehmen?

Ich bin in eine Familie hineingeboren, in der Sport und Unternehmergeist zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Ich bin damit aufgewachsen. Es wurde mir in die Wiege gelegt. Ich war immer bei allen Auswärtsspielen mit dabei und war von Anfang an begeistert vom Fußball. Als ich beruflich einige Zeit im Ausland verbrachte, musste ich feststellen, dass ich den Sport sehr vermisse und dieser entscheidende Teil meines Lebens sehr fehlte. Vor allem die Atmosphäre am Fußballplatz ist etwas ganz Besonderes und der Zusammenhalt den Mannschaft und Zuschauer, Mensch und Nation verkörpern, waren für mich die ausschlaggebenden Argumente die WSG präsidial zu übernehmen.

Sie sind jetzt am Sprung in den Profifußball und seit knapp drei Jahren Präsidentin des Vereines. Die Rahmenbedingungen wurden erfüllt und die Lizenz erteilt. Inwieweit ist die WSG Wattens organisatorisch und budgetär gerüstet für die Profiliga?

Wir sind bei der WSG sehr strukturiert aufgestellt und auch organisatorisch läuft bei uns alles wie in einem Uhrwerk. Budgetär sind wir auf einem guten Kurs und ambitioniert auf der Suche nach Sponsoren. Wir wissen natürlich, dass wir der kleine Verein aus Tirol sind und uns nach Wacker Innsbruck zunächst hinten anstellen müssen. Jedoch gehe ich persönlich sehr stark davon aus, dass durch den Aufstieg eines zweiten Tiroler Vereins in die Erste Liga der Fußball in Tirol wiederbelebt wird und sich wieder mehr Menschen im Umland mit dem Fußball auseinandersetzten werden.

Wir werden in Zukunft viele Menschen mit unserer herzlichen, familiären Art überzeugen und als „Fans“ gewinnen, auch wenn es bereits einen Klub aus Tirol in der Ersten Liga gibt. Infrastrukturell sind wir breit aufgestellt und erfüllen sämtliche Bedingungen der Liga. Unser Ausweichstadion ist das Innsbrucker Tivoli Stadion. Mit dem Verein aus Innsbruck pflegen wir indes ein sehr nahes und gutes Verhältnis, trotz kommender sportlicher Konkurrenz.

Würde für Sie eine erneute Fusion mit dem FC Wacker Innsbruck möglich sein?

Nein, auf gar keinen Fall. Aus dem einfachen Grund, weil wir extrem unterschiedlich sind. Die Vergangenheit müssen wir vergessen und unsere Blicke nach vorne richten. Auch in Tirol gibt es genug Platz für zwei Profivereine. Wir werden unsere hart erarbeitete Position, die wir jetzt haben, nicht wieder hergeben. Wir arbeiten hart an unserer Identität und deshalb ist dieses Thema für uns erledigt.


Diana Langes-Swarovski hat die WSG Wattens zur Nummer eins in Tirol gemacht. | © angelolair.com

Thema Stadion: Wie gehen Sie infrastrukturell nach dem Aufstieg vor? Gibt es bereits Umbaupläne?

Wir haben 1.100 Sitzplätze, das gesamte Stadion ist zugelassen für 6.500 Personen. Unser Stadion ist bestens ausgerüstet, der Fernsehturm wird gerade gebaut und pünktlich fertiggestellt werden. Die Flutlichtanlage wird adaptiert und verstärkt. Wir werden dafür sorgen, dass unser Stadion bestmöglich ausgestattet und überarbeitet wird. Wir wollen Unabhängigkeit und deswegen wird das Tivoli Stadion nie mehr für uns sein als ein Ausweichstadion. Wir stehen auf eigenen Füßen.

Gibt es zum Thema Kundenzufriedenheit – zum Beispiel bargeldloses Zahlen oder Bonuskarten – Kooperationen mit anderen Firmen?

Ich glaube, dass wir erst am Anfang unserer Vereinskarriere befinden. Um diese Thematiken werden wir uns kümmern, wenn wir mit Unternehmen in Kontakt stehen, die mit uns auf diese Art und Weise zusammenarbeiten möchten. Im Moment jedoch ist so etwas in dieser Form noch nicht geplant oder besprochen worden. Unsere Strategie steht fest, jedoch erweist sich die Planbarkeit als äußerst schwierig. Unser Management muss sich derzeit mit zwei möglichen Szenarien beschäftigen und für dieses, egal welches, werden wir vorbereitet sein. Wie immer im Leben aber vor allem im Sport gilt das Motto „Alles ist möglich“.

Wie sieht die konkrete Budgetplanung bei der WSG aus? Welche Summe haben Sie zur Verfügung?

Grundsätzlich haben wir ungefähr 700.000 Euro für den Aufstieg zur Verfügung, mit dem haben wir bis jetzt sehr gut arbeiten können. In der Ersten Liga müssen wir diese Summe verdoppeln. Wir suchen natürlich nach Sponsoren, da es mit einem kolportierten Budget von rund 1,5 Millionen Euro sehr knapp werden wird, in der Ersten Liga zu spielen, aber es ist eine Summe an die wir uns richten. Wir hoffen sehr auf die Unterstützung des Landes Tirol.


2016 feierte die WSG noch den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse, nächste Saison spielen sie in der Bundesliga. | © WSG Wattens

Wer sind die größten Partner und Sponsoren der WSG?

Zu unseren stärksten Partnern gehören neben Swarovsky, Puma, Coca Cola, Raiffeisen, Meditrade und die Firma Destination Wattens.

Was sind die konkreten Ziele der WSG Wattens für die nächsten fünf Jahre?

Das vorrangige Ziel ist die Bundesliga. Ich möchte die WSG Wattens zum besten Verein Tirols machen. Aber grundsätzlich machen wir alles Schritt für Schritt. So weit in die Zukunft zu denken, finde ich nicht angebracht. Langfristig ist es unser Ziel, uns in der Bundesliga zu etablieren.

In welchem Stadion würden Sie bei einem Aufstieg in die Bundesliga spielen?

Grundsätzlich erfüllt unser Platz alle Bundesliga-Richtlinien. Man müsste nur wie in Grödig ein paar Umbauarbeiten vornehmen und Kleinigkeiten verändern sowie erneuern. Aber das wird sich alles zeigen, wenn wir in der Ersten Liga spielen – wie viele Leute kommen, ob genug Interesse von außen besteht.


Die Wachablöse im Land Tirol spiegelt sich nicht nur in der Umbenennung zu „WSG Swarovski Tirol“, sondern auch in der Heimstätte der Innsbrucker wieder, die das Tivoli vorerst besetzen werden. | © angelolair.com

Wie sehen Sie das Engagement von Red Bull in Salzburg?

Ich persönlich bin fasziniert, was sich dort entwickelt hat. Es wurde in den letzten acht Jahren hervorragende Arbeit geleistet und das Ergebnis sieht man. Auch die Akademien sind unglaublich gut ausgestattet und werden professionell geführt – vorbildlich und auf höchstem Niveau.

Verfügen Sie über eine Akademie? Wie sieht in diesem Bereich die Zukunft aus?

Nein wir verfügen über keine eigene Akademie. Wir arbeiten im Moment jedoch sehr am Nachwuchs und strukturieren alles um. Ein Zentrum ist nicht geplant.

Was sind Ihre persönlichen Ziele im Fußball? Visieren Sie eine höhere Position wie zum Beispiel die einer ÖFB-Präsidentin an?

Nein absolut nicht. Ich nehme mein Amt bei der WSG Wattens sehr ernst. Es ist für mich mehr als eine Position, die Erfüllung eines Lebenstraumes, den ich mit sehr viel Leidenschaft und Hingabe versuche, auszuführen. Ich bin sehr glücklich aber auch sehr eingespannt, was meine Aufgaben bei der WSG Wattens betrifft. Vor allem, wenn der Aufstieg fixiert wird, werden in den nächsten Wochen und Monaten sehr viele neue Aufgaben und Tätigkeiten auf mich zukommen. Da ist nicht mehr genug Zeit und vor allem nicht mehr der Kopf bereit für eine andere Tätigkeit wie des ÖFB-Präsidenten.


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