AlphaTauri-F1-Teamchef Tost: »Habe sofort unseren Doktor angerufen, für einen Coronatest«

In Kooperation mit HM Sports präsentieren wir euch die aktuelle Ausgabe des Formelaustria.at-Podcast DELTA TIME. Der Österreicher Franz Tost, Teamchef von Scuderia AlphaTauri, stellte sich via Instagram zahlreichen Fragen.

© Samo Vidic/Red Bull Content Pool

Franz Tost über…


…die Covid-19-Pandemie


Es begann alles mit der Rückkehr nach der Absage des Australien Grand Prixs. Ich habe sofort unseren Doktor angerufen und gefragt, ob ich mich testen lassen kann. Allerdings war das zu dieser Zeit nicht möglich, da es in Italien so richtig los ging damit. Das gesamte Team wurde nach der Rückkehr nach Italien in eine zweiwöchige Quarantäne gesteckt. Die Zeit ist sehr schnell vorbeigegangen, meiner Meinung nach. Ich hatte jeden Tag zwei bis drei Videokonferenzen, auch weil wir das neue sportliche Reglement in dieser Zeit diskutiert und fixiert haben. Die politischen Maßnahmen waren für mich übertrieben, wir hoffen darauf, dass wir nach dem Saisonstart in Spielberg unsere Saison durchziehen. Es wäre wünschenswert, wenn wir nach den Grand-Prix-Absagen (Aserbaidschan, Singapur, Japan) vermehrt in Europa fahren. Es gibt tolle Strecken in Europa wie zum Beispiel Hockenheim, Imola oder Portimao.



…das Rebranding von Toro Rosso zu AlphaTauri


Es ist eine Besondere Herausforderung für das Team, eine Marke wie AlphaTauri zu vertreten. Wir müssen diesbezüglich auch Leistung zeigen. In jedem Team gibt es auch innerhalb der Mannschaft intern kleine Veränderungen, so auch bei uns. Wir haben bei den Tests gesehen, dass das Mittelfeld sehr eng beieinander ist. Es gilt für uns, diese Teams zu schlagen und auch in der Meisterschaft vor ihnen zu landen.


Pierre Gasly und Daniil Kvyat: »Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist das Alter« | © Samo Vidic/Red Bull Content Pool

…seine Piloten Pierre Gasly und Daniil Kvyat


Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist das Alter. Daniil ist 26 Jahre alt und Pierre ist 24 Jahre alt geworden. Daniil hat auch einen Erfahrungsvorsprung. Beide sind bei Red Bull wieder zurück zu uns gesendet worden. Für beide kam der Schritt zu Red Bull einfach zu früh, meiner Meinung nach. Wir hatten da auch keine große Wahl. Sebastian Vettel ist von Red Bull zu Ferrari gewechselt und der nächstmögliche Ersatzpilot war einfach Daniil. Zu diesem Zeitpunkt hatte er aber gerade nur eine Saison in der Formel 1 auf dem Buckel und kaum Erfahrung. Außerdem, kam er ja direkt aus der GP3 in die Formel 1, was eine massive Umstellung ist. Er hat sich super geschlagen, die Umstände haben einfach nicht ganz gepasst bei Red Bull. Bei Pierre Gasly war der Fall ziemlich ähnlich. Er hatte einen schweren Start und war auch oft in Crashs verwickelt und konnte somit seinen wahren Speed nicht zeigen. Wir sind mit beiden Piloten sehr zufrieden.



… über den AlphaTauri01 im Vergleich zum 2019er Toro Rosso


Den wahren Speed werden wir dann in Österreich sehen. Es ist sehr schwer, zu sehen, wo wir stehen. Bei den Tests weißt du nie, mit wie viel Sprit die Konkurrenz unterwegs ist. Wir haben definitiv einen Schritt nach vorne gemacht. Unser Auto ist besser, als das aus dem letzten Jahr. Aber die anderen Teams haben auch Fortschritte gemacht. Man darf gespannt sein, wer wo am Ende steht.


»Den wahren Speed werden wir dann in Österreich sehen« | © Samo Vidic/Red Bull Content Pool

…über den Saisonstart in Spielberg


Es ist ein Heimrennen für das Team und für mich. Großer Dank gilt an Dietrich Mateschitz, der das alles überhaupt ermöglicht hat. Spielberg ist für mich immer emotional, weil ich da meine ersten Schritte im Motorsport bestritten habe. Die Strecke hat ein tolles Layout und ist wunderbar in die Natur eingebettet. Ich freu mich drauf.



…über eSports und die virtuelle Formel 1


Ich habe die Rennen allesamt verfolgt. Ich finde das wirklich klasse. Es macht Spaß, dabei zuzuschauen. Es ist eine neue Art der Unterhaltung und ich finde es super, dass man so viele junge Menschen dazu bringt. Das ist sicher zukunftsweisend. Außerdem ist es gut für die Piloten, weil sie die Fingerfertigkeit und das Wettbewerbsgefühl trainieren. Das fahren an sich, hat wenig mit dem realen Rennenfahren zu tun, aber für den Kopf ist es definitiv eine tolle Sache.


108 Seiten hochinformative und lesenswerte Lektüre

Das Imperium von Dietrich Mateschitz: Wie sich Red Bull über 30 Jahre mit aggressiver (Sport-)Kommunikation zur Weltmarke und zum Milliardenunternehmen entwickelt hat und viele weitere spannende Themen!

Von Arthur Becker

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