Drone Racing: Der Sport der Zukunft

Mit über 160 Kilometer pro Stunde durch die Luft entlang der Chinesischen Mauer, über die Pariser Champs-Élysées und in Höhen von 2.250 Meter in den Schweizer Alpen: Drone Racing nimmt im deutschsprachigen Raum langsam Fahrt auf. In den USA und in Asien ist die Sportart schon längst kein Nischenprodukt mehr. Wir stellen euch den Sport der Zukunft vor, der laut Experten die Formel 1 ablösen wird. Ein Bericht aus der Sommerausgabe 02-2019.

© DCL

Was ist Drone Racing?


First Person View Racing (FPV-Racing), auch Drone Racing genannt, steht für eine neue Art von Motorsport, die sich an eine junge Generation richtet. Piloten fliegen kleine Drohnen in einem Rennen gegeneinander. Auf die Drohnen sind Kameras gebaut, das Livebild wird direkt auf eine Videobrille übertragen. So steuert der Pilot die Drohne. Die Strecken haben Kurven, Tore und enge Tunnel. Während des Rennens geht es darum, mit der eigenen Drohne einen Kurs zu bewältigen, der Schikanen aus unterschiedlichen natürlichen und künstlichen Hindernissen bietet, und am Ende als Erster am Ziel anzukommen.


Drohnenrennen sind in unterschiedlichen Ausprägungen möglich:

  • Bei den Time Trial Races befinden sich die Piloten alleine auf der Strecke. Dabei wird die Zeit ermittelt und am Ende mit den Zeiten der anderen Piloten verglichen.

  • Actionreicher geht es bei einem Drag Race zu, wobei sich zwei oder mehr Drohnen auf der Strecke befinden. Ziel ist es, die 100 Meter lange Strecke als Erster abzuschließen.

  • Beim Rotocross durchfliegen mehrere Drohnen die Strecke, Auch hier gilt, dass der Pilot gewinnt, dessen Drohne als Erste das Ziel erreicht.


Die Hochstgeschwindigkeit bei Renndrohnen liegt bei über 160 Kilometer pro Stunde. | © Mathias Kniepeiss

Wie sieht ein Drohnenrennen aus?


Die Piloten sitzen nebeneinander auf der Bühne in ihrem „Cockpit“ und nutzen Videobrillen, um die Strecke aus der Sicht ihrer Drohnen durchfliegen zu können, wobei die Drohne per Fernsteuerung kontrolliert wird.


Damit Zuschauer verfolgen können, zu welchem Pilot welche Drohne gehört, sind LED-Lichter in unterschiedlichen Farben an den Drohnen angebracht. Vom Start bis zum Ziel sind unterschiedliche Gates und natürliche Hindernisse vorhanden und bilden eine dreidimensionale Rennstrecke. Durch die oftmals hohen Geschwindigkeiten – die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 160 Kilometer pro Stunde – und die hohe Beschleunigung sind Unfälle oft nicht zu vermeiden.


© DCL

Die Drone Champions League: Die Königsklasse der Sportart


Die Drone Champions League oder kurz DCL ist die weltweit führende Liga für Drohnenrennen. Dort treten seit 2016 jede Saison die weltbesten Drohnen-Piloten in acht internationalen Teams auf sechs über die ganze Welt verteilten Rennstrecken gegeneinander an. Events fanden unter anderem bereits in Deutschland, Frankreich, Belgien, Rumänien, Liechtenstein, Spanien, China und der Schweiz statt.


Sämtliche Rennen der DCL werden in 100 Ländern weltweit live im Fernsehen übertragen und sind darüber hinaus auch online zu sehen.



Die Drone Champions League macht sich den Megatrend eSports zu nutzen und das mit Erfolg. Im eSports wurden 2018 knapp 900 Millionen US-Dollar umgesetzt – im Jahr 2020 erwartet man einen Umsatz von über 1,5 Milliarden. Dass der Markt boomt, kann man auch am Preisgeld beobachten. Während 2018 noch 170 Millionen Dollar ausgeschüttet wurden, erwarten Experten im Jahr 2020 eine Ausschüttung von 413 Millionen.


Auf das Drone Racing heruntergebrochen bedeutet das, dass man sich in einer aufstrebenden Branche befindet. Das bestätigt auch der jährliche Drohnenverkauf eindrucksvoll. 2015 wurden 6,4 Millionen Drohnen vertrieben – ein Jahr später bereits 10,2 Millionen. Im Jahr 2020 geht man davon aus, dass über 48,3 Millionen Quadrocopter verkauft werden.


2016 wurden 10,2 Millionen Drohnen verkauft - im Jahr 2020 vermutet man das fünffache. | © Mathias Kniepeiss

Wie funktioniert das DCL-Rennformat?


Qualifikationsrennen bestehen aus Zeitflügen, bei denen das Gesamtergebnis eines Teams entscheidet, wo es für die Finalrunden platziert wird. In den Viertelfinals, Halbfinals und dem Finale treten zwei Teams von vier Piloten in fünf Läufen gegeneinander an. Die ersten vier Läufe werden „Single Heat“ genannt, da jeder Lauf eins gegen eins ist. Der Sieger erhält einen Punkt für sein Team.


Heat 5, der sogenannte „Big Heat“, ist vier gegen vier, es fliegen also alle acht Teampiloten. Das Siegerteam erhält einen Punkt. Ein Bonus von drei Punkten wird vergeben, wenn drei Piloten desselben Teams in den ersten drei Positionen landen. Ein Bonus von fünf Punkten wird vergeben, wenn vier Piloten desselben Teams in den ersten vier Positionen landen.


Das Team mit den meisten Punkten in drei Läufen kommt in die nächste Runde. In der Finalrunde gibt es erneut fünf Läufe. Jeder Pilot aus jedem Team startet in einem „Single Heat“ (insgesamt vier Einzelwettkämpfe) und der Endlauf ist wieder ein „Big Heat“.


© DCL
In der DCL treten die weltbesten Drohnen-Piloten in acht internationalen Teams auf sechs Rennstrecken gegeneinander an. | © DCL

Wer sind die Piloten?

Jeder kann in die Welt des Drohnenrennens einsteigen und in der Drone Champions League zum Champion werden. Alter, Geschlecht, Hintergrund und Co. spielen keine Rolle. Durch die im Vergleich mit anderen Rennsportarten niedrigen Preise für Drohnen ist die Einstiegsbarriere außerdem recht gering Die Piloten kommen aus der ganzen Welt, also beispielsweise aus Asien, Süd- und Nordamerika und konnten bei anderen Rennen schon Erfahrungen sammeln. Jede Saison treten dann die weltbesten Drohnen-Piloten in acht internationalen Teams an. Neben vielen spannenden Möglichkeiten winken bei den Veranstaltungen hohe Preisgelder.


Durch die im Vergleich mit anderen Rennsportarten niedrigen Preise für Drohnen ist die Einstiegsbarriere außerdem recht gering. | © Mathias Kniepeiss

Was sind die ersten Schritte, um das Fliegen einer Renndrohne zu erlernen?

Das Fliegen einer Renndrohne braucht Übung und Geduld, da der Anfang frustrierend sein kann. Unfälle gehören dabei einfach dazu. Umso wichtiger ist es, sich richtig vorzubereiten. Im Folgenden haben wir eine entsprechende Liste mit Tipps für die ersten Schritte beim Fliegen einer Renndrohne zusammengestellt.


Der Kauf einer Renndrohne

Wie bereits erwähnt, können Renndrohnen für einen vergleichsweise günstigen Preis erworben werden. Die Kosten für eine Renndrohne beginnen bei rund 100 Euro. Allerdings sind im oberen Preissegment auch Preise von mehr als 500 Euro für eine entsprechende Drohne möglich.


Der erste Drohnenflug

Nach dem Auspacken der Drohne kannst du in den meisten Fällen sofort loslegen. Dazu platzierst du die Drohne auf dem Boden vor dir und richtest die Kamera von dir weg. Dann nimmst du die Fernsteuerung in die Hand. Verzichte am Anfang auf die FPV Brille und nutze diese erst, sobald du sicher im Umgang mit der Drohne bist.


Der erste Start

Am besten legst du im Schwebeflug los, indem du den Gashebel auf der Fernbedienung in vertikaler Richtung bewegst. Im nächsten Schritt kannst du mit dem linken Stick kleinere Richtungsänderungen vornehmen.


Mit FPV-Brille

Sobald du dich beim Steuern der Drohne sicher fühlst, kannst du die FPV Brille benutzen. Hier noch einmal der Hinweis: Achte bitte darauf, dass die Kamera von dir weg ausgerichtet ist und nach vorne zeigt. Für weitere Tipps und Tricks lohnt es sich, online entsprechende Videos anzuschauen.

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Das Imperium von Dietrich Mateschitz: Wie sich Red Bull über 30 Jahre mit aggressiver (Sport-)Kommunikation zur Weltmarke und zum Milliardenunternehmen entwickelt hat und viele weitere spannende Themen!

Von Alexander Friedl

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