Exklusiv: Österreichs Sport- und Leistungszentren in der Analyse

Der Besucher eines Sportzentrums will heutzutage einiges geboten bekommen. Was bietet Österreichs Sportinfrastruktur, um die Interessen und Bedürfnisse ihres Besuchers, dem Leistungs- und Breitensportler abzudecken? Ihn zu begeistern? Ihn zum Besuch zu animieren? Ihm einen genussvollen Tag zu offerieren? Erfüllen die Sportstätten die Wünsche ihrer Kunden? Wie ist der Status Quo der Sportinfrastruktur in Österreich?

© Olympiaworld

In diesem Blickfeld erstellte die Redaktion des Sport Business Magazins eine Analyse zu den relevanten Sportzentren in Österreich. Im Fokus: Olympiazentren, Bundessport- und Freizeitzentren (BSFZ), Heeressportzentren, Universitätssportzentren sowie Landessportzentren.


Diese Fragen gilt es zu beantworten: In welchem Bundesland wird dem Benutzer am meisten geboten? Welches Bundesland hat Nachholbedarf? Was unterscheidet die verschiedenen Sportzentren voneinander? Welche Leistungen haben die jeweiligen Sportzentren zu erfüllen? Welche Zielgruppen werden angesprochen?


Die Analyse umfasst die bedeutenden Einrichtungen in Österreich: 6 Olympiazentren, 6 Bundessport- und Freizeitzentren [BSFZ], 9 Heeressportzentren [HSZ], 8 Universitätssportzentren [USI] und 7 Landessportzentren [LZ]. | © Sport Business Magazin

Acht Universitätssportzentren


Neben den Hochleistungsportzentren verfügt Österreich auch über ein breites Spektrum an Universitätssportzentren. Die Universitätssportzentren stehen als Dienstleistungseinrichtung der Universitäten den Studierenden, den Mitarbeitern sowie den Absolventen der Universitäten, der Pädagogischen Hochschulen, der Fachhochschulen und der Privatuniversitäten des Universitätsstandortes für sportliche Tätigkeiten und Wettkämpfen zur Verfügung.


Standorte

  • Universitätssportzentrum Wien

  • Universitätssportzentrum Salzburg

  • Universitätssportzentrum Salzburg-Rif

  • Universitätssportzentrum Innsbruck

  • Universitätssportzentrum Klagenfurt

  • Universitätssportzentrum Graz

  • Universitätssportzentrum Linz

  • Universitätssportzentrum Leoben


»Das ULSZ Salzburg-Rif wird vom Bund (55 Prozent) und dem Land Salzburg (45 Prozent) finanziert. Eigentümer ist das Land Salzburg. Die Anlage dehnt sich auf 380.000 Quadratmeter aus, verfügt über 600 Parkplätze und zählt mit 900 Events an die 500.000 Besucher pro Jahr.«

Wolfgang Becker, Direktor Universitäts-und Landessportzentrum Salzburg-Rif



Das Sportzentrum in Rif ist Olympia-. Landes- und Universitätssportzentrum und zählt mit seinen 380.000 Quadratmetern zu den größten in Österreich. | © ULSZ-Rif/Claudia Ziegler

Sieben Landessportzentren


Es ist die Entscheidung der jeweiligen Landesregierung, ob ein Landessportzentrum errichtet wird, beziehungsweise den Namen tragen darf.


Standorte

  • Landessportzentrum Salzburg-Rif

  • Landessportzentrum Vorarlberg

  • Landessportzentrum Innsbruck

  • Landessportzentrum Sportland Oberösterreich

  • Landessportzentrum Steiermark

  • Landessportzentrum Sportland Niederösterreich

  • Landessportzentrum Steinbrunn


»Sport ist in unserem Bundesland ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Wir geben daher ganz klar ein Bekenntnis zu Großsportveranstaltungen ab und arbeiten in allen Bereichen sehr eng mit dem Tourismus zusammen. Als Wintersportland ist es uns außerdem besonders wichtig, dass wir unsere Kinder verstärkt auf die Skipisten bringen.«

Stefan Schnöll, Sport Landesrat von Salzburg



In Niederösterreich steht eines von sieben Landessportzentren. | © Sportzenturm NÖ


Sieben Olympiazentren


Um bei Olympischen Spielen, Welt-und Europameisterschaften mit den Besten um Medaillen kämpfen zu können, muss die Vorbereitung professionell ablaufen. Sportmedizinische und sportwissenschaftliche Betreuung auf höchstem Niveau und wenn möglich, alles unter einem Dach.


Dafür sorgen seit 27. November 2013 Österreichs zertifizierte Olympiazentren. Die Kernaufgaben dieser sieben mit dem Olympia- Gütesiegel ausgezeichneten Zentren liegen in der Sportwissenschaft, -psychologie, -medizin, Leistungsdiagnostik, Physiotherapie, Ernährungswissenschaft und Karriereplanung.


Zu den infrastrukturellen Minimal-Anforderungen zählen: Leichtathletik-Anlage inklusive Laufbahn, Rasenplatz, Sporthalle, funktionaler Kraft- und Gymnastikraum, Hallenbad (25 Meter), Leistungslabor, medizinische Untersuchungsräume, Outdoor-Infrastruktur (sportartenspezifisch).



Standorte

  • Olympiazentrum Campus Sport Tirol Innsbruck

  • Olympiazentrum Oberösterreich

  • Olympiazentrum Salzburg-Rif

  • Olympiazentrum Vorarlberg

  • Olympiazentrum Kärnten

  • Olympiazentrum Wien-Schmelz

  • Olympiazentrum Niederösterreich


»Das Land Vorarlberg stellte dem Sportsystem im Jahr 2018 einen Betrag von circa zwölf Millionen Euro zur Verfügung. 1,75 Millionen davon gehen in Infrastrukturprojekte (Gemeinden, Sanierungen, Ausbauten, etc.), 10,6 Millionen in verschiedene Förderungen und circa 1,6 Millionen direkt an das Olympia- und Landessportzentrum Vorarlberg.«

Sebastian Manhart, Geschäftsführer Olympia-und Landessportzentrum Vorarlberg



Vorzeigeprojekt Olympiazentrum Vorarlberg: Im vergangenen Jahr stellte das Land Vorarlberg dem Sportsystem zwölf Millionen Euro zur Verfügung. | © Olympiazentrum Vorarlberg


Neun Heeressportzentren


Die Heeressportzentren sind neben der Athletenbetreuung im Zuge der Spitzensportförderung auch für die Aus, Fort- und Weiterbildung von Sportfachpersonal sowie für die Unterstützung der heeresinternen Akademien und Schulen bei der Durchführung der Körperausbildung in Kooperation mit den Österreichischen Bundes-Sportakademien verantwortlich.


Die Aufgaben des Heeressportzentrums sind: Leistungssportförderung, Sportausbildung im Bundesheer, Erarbeitung sportwissenschaftlicher Grundlagen sowie Öffentlichkeitsarbeit.



Standorte

  • Heeressportzentrum Wien/Südstadt

  • Heeressportzentrum Linz

  • Heeressportzentrum Graz

  • Heeressportzentrum Innsbruck

  • Heeressportzentrum Faakersee

  • Heeressportzentrum Salzburg

  • Heeressportzentrum Dornbirn

  • Heeressportzentrum Hochfilzen

  • Heeressportzentrum Seebenstein



Sieben Olympiazentren gibt es in Österreich. | © Bernhard Bergmann

Sechs Bundessport- und Freizeitzentren


Die Bundessporteinrichtungen wurden mit 1. Jänner 1999 aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und das Eigentum der Grundstücke und Anlagen in die Bundessporteinrichtungen GmbH (BSPEG) eingebracht. Die Austrian Sports Resorts werden auch von der BSPEG operativ geführt.


In den Austrian Sports Resorts werden hochmoderne Sportanlagen samt Hotels und Vollpension zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis angeboten.

Die primären Zielgruppen sind Verbände, Vereine, Schulen, die Sportakademien und Pädagogische Institute. Es können aber auch andere Sportler, insbesondere Gruppen die Leistungen in Anspruch nehmen.



Standorte

  • Bundessport-und Freizeitzentrum Faaker See

  • Bundessport-und Freizeitzentrum Maria Alm/Hintermoos

  • Bundessport-und Freizeitzentrum Obertraun

  • Bundessport-und Freizeitzentrum Schloß Schielleiten

  • Bundessport-und Freizeitzentrum Südstadt

  • Bundessport-und Freizeitzentrum Kitzsteinhorn



»Der Schwerpunkt liegt sowohl im Breitensport, als auch Spitzensport«


Als langjähriger Fußballprofi führt Bernd Dallos seit 2003 das Landessportzentrum VIVA in Steinbrunn. Er hat die strategische und organisatorische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben. Wir haben mit dem Geschäftsführer über Schwerpunkte, Ziele und Investitionen gesprochen.

© LSZ VIVA

Was sind Ihre Schwerpunkte und Ziele?

Der Schwerpunkt liegt sowohl im Breitensport, als auch Spitzensport. Wir haben zudem zahlreiche Schulen, verschiedene Vereine und Tanzsport, die bei uns ihre Trainingseinheiten absolvieren. Ziel ist es, mit den bestehenden Verbänden wie dem Österreichischen Volleyballverband (ÖVV), Österreichischen Fußball Bund (ÖFB) und Österreichischen Ringsportverband (ÖRSV) die Bereiche so gut wie möglich abzudecken.



Sie beherbergen laufend viele nationale und internationale Spitzensportler und Vereine. Welche Leistungen bieten Sie für Profisportler und den Breitensport an?


Im Hotelbereich Vollpension – auch mit Schwerpunkt Ernährung: In den letzten Monaten haben wir unseren BIO-Anteil auf 50 Prozent erhöht.

Darüber hinaus bieten wir unseren Besuchern zwei Rasenplätze mit UEFA-Standardgröße, einen Kunstrasenplatz (neueste Generation), eine 24x46 Meter große Ballsporthalle mit Sportparkett, einen 450 Quadratmeter großen Fitnessraum, einen Aerobicsaal, drei Tennishallenplätze (Hartplatz- oder Teppichbelag), zwei Badmintonplätze, zwei Squash Boxen, eine Kletterhalle, eine Kegelbahn und einen Wellnessbereich.


Im sonnigen Burgenland, unweit vom Neufelder See, bietet das Landessportzentrum VIVA eine ideale Infrastruktur. | © LSZ VIVA

Der Österreichische Volleyballverband nutzt seit vielen Jahren das Landessportzentrum VIVA für seine gesamten Nationalteams. Gibt es für den Volleyballsport in Österreich weitere Wünsche und Entwicklungsmöglichkeiten in Steinbrunn?


Die Kooperation mit dem Österreichischen Volleyballverband (ÖVV) besteht mittlerweile seit zehn Jahren. Die kleinen Wünsche wie zum Beispiel einen eigenen Kraftbereich, versuchen wir zu erfüllen. Letzter Wunsch des ÖVV war ein mobiler Volleyballbelag, der bereits Ende Juli 2019 geliefert wurde. Es besteht die Möglichkeit neben dem A-Team, auch den Nachwuchs weiterzuentwickeln.



Welche Ausbaupläne und Investitionen stehen in Zukunft an?


Im Moment ist es noch zu früh etwas von den Investitionen preis zu geben. Es werden mit Interessenten Gespräche geführt, wo ein Vorhaben in der Planung ist.



Mehr Analysen zum Thema Sportinfrastruktur in Österreich findest du in unserem Sport Business Magazin. Erhältlich im gut sortierten Presseeinzelhandel in Österreich, im ABO sowie online auf Kiosk.at und Readly.com.





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