Österreich ist Europameister im Sport

Sport wird oft als die „wichtigste Nebensache der Welt“ bezeichnet. Und doch ist der Sport aus wirtschaftlicher Sicht viel mehr als das.

© Wien Tourismus

Die vom Sport ausgehenden Effekte sind vielfältig und reichen von den direkten und multiplikativen Wertschöpfungs- und Kaufkrafteffekten, über die direkten, indirekten und induzierten Beschäftigungseffekte bis hin zu den quantitativen und qualitativen Impulsen, die vor allem durch Großsportveranstaltungen in einer Region ausgelöst werden. Hinzu kommen die Impulse, die durch aktiven und passiven Sporttourismus im Beherbergungswesen und in der Gastronomie ausgelöst werden.


Keinesfalls unberücksichtigt gelassen werden dürfen die gesundheitsökonomischen Effekte, welchen sowohl im Hinblick auf die Gesundheit der Bevölkerung als auch die Produktivität der Betriebe und die weitere Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems besondere Bedeutung zukommt.


Christian Helmenstein, Geschäftsführer der SportsEconAustria Institut für Sportökonomie (SpEA), hat die Analyse geleitet und durchgeführt. | © SpEA

Dennoch wird die gesamtwirtschaftliche Bedeutung keines anderen – noch dazu derart dynamisch wachsenden – Wirtschaftszweiges derart unterschätzt wie die des Sports. So ist man lange Zeit bereits beim Versuch, entweder die wirtschaftliche Bedeutung des Sports zu quantifizieren oder einen Vergleich der wirtschaftlichen Bedeutung des Sports mit anderen Wirtschaftszweigen vorzunehmen, gescheitert, bedarf es dazu doch einer soliden, bis vor kurzem aber nicht existenten wirtschaftsstatistischen Datengrundlage und einer einheitlichen Definition des Sports, welche bis 2007 ebenfalls nicht existierte.


Das Problem liegt darin begründet, dass Sport, ebenso wie zum Beispiel der Tourismus, eine sogenannte Querschnittsmaterie darstellt, das heißt sich aus einer Vielzahl von Branchen zusammensetzt. Es besteht somit eine große Diskrepanz zwischen dem allgemeinen Verständnis sportbezogener Aktivitäten und dem in der Wirtschaftsstatistik als „Sport“ erfassten Wert.


Abbildung 1: Direkter, indirekter und induzierter Wertschöpfungs- und Beschäftigungsbeitrag des Sports, in Millionen Euro beziehungsweise in Köpfen | Quelle: SpEA, 2019

Erst mit der Vilnius Definition des Sports im Jahr 2007 wurde die Basis für eine europaweit einheitliche Definition des Sports geschaffen. So unterscheidet man heute zwischen einer Kerndefinition des Sports (das, was in der Statistik als Sport ausgewiesen wird – im Wesentlichen der Betrieb von Sportanlagen, Sportvereine, Fitnesszentren und SportlerInnen), einer engen Definition (alles, was notwendig ist, um Sport treiben zu können, wie zum Beispiel Sportartikelproduktion, -handel, Sportinfrastruktur,…) und einer weiten Definition des Sports (alle Güter und Dienstleistungen mit Sportbezug, wie auch Medien, Beherbergung, Gastronomie, Gesundheitswesen, Spiel-, Wett- und Lotteriewesen).


Abbildung 2: Bruttowertschöpfung durch Sport, Top-10-Sektoren | Quelle: SpEA, 2019.

Folgt man den Ergebnissen der aktuellsten SportsEconAustria-Studie zur ökonomischen Bedeutung des Sports in Österreich, dann zeigt sich, dass der Sport unmittelbar und mittelbar für 5,75 Prozent der Wertschöpfung verantwortlich ist. Damit liegt der Wertschöpfungsbeitrag des Sports höher als jener der Bauwirtschaft oder in etwa doppelt so hoch wie der Beitrag der Finanzdienstleister. Das methodische Instrument, um den gesamtwirtschaftlichen Beitrag der Querschnittsmaterie Sport zu messen, ist ein sogenanntes Satellitenkonto Sport.


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